Die Künstler der Vereine Art’n’Co (Poissy) und Kunstverein Pirmasens wagen einen besonderen Künstleraustausch. Bis zum kommenden Jahr beschäftigen sich die Künstler aus Poissy mit dem in Pirmasens geborenen Dadagründer Hugo Ball und umgekehrt arbeiten die Künstler aus Pirmasens über den lange Zeit in Poissy lebenden Genremaler Ernest Meissonier. Die Ergebnisse sollen im kommenden Jahr in gemeinsamen Ausstellungen in beiden Städten zu sehen sein.

Das Projekt entstand beim Besuch von Künstlern aus Poissy in Pirmasens anlässlich des Kunstkaufhauses des Kunstvereins im Dezember. Die Künstler aus Poissy waren im Hugo-Ball-Kabinett der Alten Post so angetan vom Werk Balls, dass sie sich näher mit dem 1886 in Pirmasens geborenen Ball beschäftigen wollen. Dr. Eckhard Faul von der Hugo-Ball-Sammlung hat eine Liste französischsprachiger Literatur für die Künstler in Poissy erstellt.
Der 1815 in Lyon geborene Ernest Meissonier hat von 1842 bis zu seinem Tod 1891 in Poissy gelebt, das frühere Klosterareal in der Stadt gekauft und dort sein Atelier sowie Wohnhaus errichten lassen. Meissonier war in den 1850er und 1860er Jahren der bekannteste Künstler Frankreichs. Vor allem seine Schlachtengemälde und Darstellungen von Napoleon sind in das kollektive Gedächtnis der Franzosen eingegangen. Für ein Jahr war Meissonier auch Bürgermeister von Poissy.
Der Pirmasenser Kunstverein hatte schon länger die Idee in Pirmasens den berühmten Bewohner Poissys zu präsentieren. Eine Ausstellung der Gemälde von unschätzbarem Wert war jedoch bisher aus Kostengründen nicht möglich, sofern diese überhaupt ausgeliehen würden. Das jetzige Projekt kann das auf lebendige Art nun ändern. Künstler des Vereins können sich mit der Detailverliebtheit Meissoniers beschäftigen. Seinen Blick auf Landschaften neu interpretieren oder das Schlachtengemälde an sich sowie die Darstellung von Feldherren, Soldaten oder auch Opfern von Aufständen wie der Pariser Kommune, die Meissonier ebenfalls in mehreren Gemälden festgehalten hat.

Hintergrund des Projektes ist ein früheres Künstlerprojekt zu dem Pirmasenser Genremaler Heinrich Bürkel, bei dem Pirmasenser Künstler sich mit dem heutigen Blick dem Werk von Bürkel genähert hatten. Unter anderem wurden Werke Bürkels digital verfremdet, rein die Landschaft auf eigene Art interpretiert oder die Personen aus Bürkelgemälden in Form von Skulpturen aus dem Bilderrahmen gelöst.
Bei dem Projekt geht es nicht um Kopien von Meissonier-Werken. Es soll ein heutiger Ansatz zum Umgang mit Meissoniers Werk gesucht werden.
Der Zeitpunkt der gemeinsamen Ausstellung bzw. gemeinsamer Ausstellungen in Poissy und Pirmasens ist noch offen. Ebenso wo genau die Ausstellungen sein werden.
Die Pirmasenser Künstler treffen sich am 10.3., 19 Uhr, im Brauhaus.

